CHOLERA

DIPHTHERIE

FRÜHJAHR-SOMMER-MENINGO-ENCEPHALITIS (FSME)

GELBFIEBER

HEPATITIS A

HEPATITIS B

JAPANISCHE ENCEPHALITIS

MALARIA

MENINGITIS (Hirnhautentzündung)

POLIOMYELITIS (Kinderlähmung)

TETANUS (Wundstarrkrampf)

TOLLWUT

TYPHUS

 

CHOLERA  

Die Cholera ist eine durch Bakterien (Vibrionen) verursachte Infektionskrankheit. Es handelt sich um eine Darmerkrankung, daher werden die Erreger nur mit dem Stuhl oder Erbrochenen ausgeschieden.
Sie ist weitverbreitet in Ländern mit mangelnder Hygiene (Fernost, Afrika, Süd- und Mittelamerika). Nur ganz vereinzelt wird die Cholera nach Deutschland importiert. Das Erkrankungsrisiko ist für Normaltouristen und Entsandte äußerst gering. Strikte Einhaltung der Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene sind die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen.
Die Impfung, auch die neuere Schluckimpfung, die in Deutschland auch noch nicht zugelassen ist, haben sich als im wesentlichen zu unzuverlässig herausgestellt und werden auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht allgemein empfohlen.
"Cook it, peel it or leave it"!
Nie (!) Wasser unabgekocht trinken. Öffentliche Schwimmbäder und das Baden in Lagunen sollte vermieden werden, da das Wasser relativ oft Cholerabakterien enthält und unbewußt vom Schwimmer aufgenommen wird.

 

DIPHTHERIE    

Bakterielle Infektion, die meist durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. es existiert eine wirksame Schutzimpfung, die gut vertragen wird.

FRÜHJAHR-SOMMER-
MENINGO-ENCEPHALITIS
(FSME)

   

Die Frühsommer-Meningo-Encephalitis ist eine Entzündung des Gehirnes. Sie wird durch Viren hervorgerufen. Diese sind in der Tierwelt als Krankheitserreger dauerhaft etabliert und werden auf den Menschen gelegentlich durch Zecken übertragen. Das Vollbild der Erkrankung ist zwar relativ selten, führt dann aber doch bei vielen Patienten zu schweren Schäden oder zum Tod.
Eine gut wirksame Impfung gegen FSME ist im Handel. Wie bei allen Impfungen kann es auch hierbei zu Nebenwirkungen in einzelnen Fällen kommen. Schwerwiegenden Nebenwirkungen sind sehr selten, dann aber besonders wichtig: Es sind einige Fälle einer Encephalitis-Erkrankung durch die Impfung bekannt geworden! Deshalb sollen nur Risikopersonen geimpft werden: Forstpersonal, Personen, die sich längere Zeit in ländlichen Endemiegebieten aufhalten, Camper, Wanderer, Jäger, Pilz- und Beerensammler, Kinder mit entsprechendem Spielverhalten. Die Impfung (3 Injektionen innerhalb eines Monats) hat eine gute Schutzwirkung für drei Jahre, dann ist eine Auffrischung notwendig.

 

GELBFIEBER    

Durch Stechmücken übertragene, tropische Viruserkrankung. Keine Ansteckung von Mensch zu Mensch. Hauptreservoir des Erregers sind Affen mit menschlichen Einzelerkrankungen in abgelegenen Regionen (Buschgelbfieber). Die Übertragung Mensch-Mücke-Mensch kann in besiedelten Gebieten zu epidemischen Ausbrüchen führen (Stadtgelbfieber. Das Gelbfieber unterliegt einer strengen internationalen Melde- und Quarantänepflicht.
Eine wirksame, in der Regel gut verträgliche Impfung, die nur in speziell ermächtigten Zentren vorgenommen werden darf, existiert.

 

HEPATITIS A    

Die Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht mit dem Virustyp A) ist eine weltweit, besonders in den Tropen, verbreitete Virusinfektion der Leber. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden und die Infektion wird dann vom Mensch zu Mensch durch engen sozialen Kontakt (Berührung), durch die Nahrung (z.B. Muscheln), durch infiziertes Wasser oder nichtgekochte Speisen direkt übertragen.
Prophylaxe gegen Hepatitis A war früher durch g -Globuline möglich, die aber nur eine sehr kurze Wirkzeit von drei bis sechs Monaten aufwiesen. Inzwischen sind sehr gute Impfstoffe verfügbar (HAVRIX 1440®, VAQTA®), die bei zweimaliger Impfung im Abstand von 6 - 12 Monaten einen langjährigen Impfschutz (10 Jahre) bewirken.

 

HEPATITIS B    

Die Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht vom Virustyp B) ist, wie die Hepatitis A, eine weltweit, besonders in den Tropen verbreitete Virusinfektion der Leber. Einige Ähnlichkeiten zu Hepatitis A bestehen, jedoch finden sich für den Patienten auch ganz wesentliche Unterschiede. Die Infektion erfolgt i.d.R. durch Sexualkontakte, die Hepatitis B-Infektion gilt deshalb als Geschlechtskrankheit, auch wenn andere Übertragungswege gelegentlich vorkommen: durch Spritzen, Kanülen, Bluttransfusionen oder unter der Geburt. Auch intensiver sozialer Kontakt (über Jahre), wie z.B. Mutter/Kind-Beziehung soll eine Infektion möglich machen. Der genaue Weg dieser Ansteckung ist nicht klar.
Eine Prophylaxe gegen Hepatitis B ist möglich. Da der Infektionsweg auf "Blut-zu-Blutkontakte" beschränkt ist, ist die allgemeine Prophylaxe ganz wesentlich. Sexualpartner, die Hepatitis B-Virus im Blut tragen, sind hochinfektiös, wesentlich infektiöser als HIV-Infizierte!
Vorsicht auch bei allen hygienisch nicht einwandfreien medizinischen Eingriffen.
Eine Impfung mit gentechnologisch hergestellten gut verträglichen Impfstoffen ist möglich.
Es gibt auch einen Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B.

 

JAPANISCHE ENCEPHALITIS

   

Diese Virusinfektion, die gebietsweise in Südostasien auftritt, kann zu einer schweren Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Todesfälle (ca. 30 %) und Dauerschäden sind möglich. Die Übertragung erfolgt durch nachtaktive Stechmücken auf dem Lande.
Es gibt einen in Deutschland nicht offiziell zugelassenen japanischen Impfstoff der gut verträglich ist.

 

MALARIA    

Malaria ist eine fieberhafte Tropenkrankheit, die durch Mücken übertragen wird und unbehandelt nicht selten zum Tode des Infizierten führt. Ca. sechs Tage nach dem Stich durch eine infizierte Mücke kann es zu ersten Symptomen kommen. Eine gute Impfvorsorge gibt es nicht. Mückenschutz ist die beste Vorsorge. Malariamedikamente als Prophylaxe sind zusätzlich in vielen Ländern für Reisende sehr sinnvoll.
Eine frühzeitige Malariatherapie ist fast immer erfolgreich. Wird zu Beginn der Erkrankung Zeit verschenkt, d.h. die Therapie verzögert, so verselbständigt sich der Krankheitsverlauf häufig: die starke Vermehrung der Parasiten in den Blutgefäßen des Kranken und andere Mechanismen können zu lebensbedrohlichem Organversagen führen.
Auch bei kurzen Reisen lohnt eine adäquate Malariaprophylaxe, ggf. auch mit Medikamenten. Dies schützt aber nicht in jedem Fall gegen eine Infektion. Zudem tarnt sich die Malaria häufig als Grippe oder als Durchfallerkrankung, die erst nach Rückkehr in der Heimat auftreten kann. Sie wird häufig nicht ernst genommen und dem kundigen Tropenarzt zu spät vorgestellt: Dieser Zeitverlust entscheidet wesentlich mit über das Schicksal des Patienten.

 

MENINGITIS
(Hirnhautentzündung)

   

Es gibt eine große Zahl von Krankheitserregern oder anderen Ursachen, die zu einer entzündlichen Reizung der Hirnhäute führen können. Dazu zählen eine große Zahl von Viren und auch viele Bakterien. Reise- und tropenmedizinisch wichtig ist die sog. Meningokokken-Meningitis. Dabei handelt es sich um eine akute durch Tröpfchen übertragene Infektionserkrankung, die besonders die Hirnhäute befällt. Diese, wie auch die meisten anderen Meningitis-Erreger, gehen von Mensch zu Menschen durch sogen. Tröpfcheninfektion über, d.h., schon bei relativ distanzierten Kontakten (wie z.B. Husten im dichten Gedränge oder im Gespräch). Allerdings trägt ein großer Prozentsatz der Menschen auf der Welt (auch in Europa) Meningitis-Erreger im Mundbereich, ohne daß es zu Erkrankung oder Ansteckung kommt.
Für die Meningokokken-Menigitis A, B, C, Y, W-135 gibt es Impfstoffe, die gut wirksam und verträglich sind.

 

POLIOMYELITIS
(Kinderlähmung)

   

Diese Viruserkrankung findet sich noch in einer Reihe von Entwicklungsländern. Die Ansteckung erfolgt auf faekal-oralem Weg. Über die Blutbahn kann das Virus an das Nervensystem gelangen, wo es in etwa 1 von 100 Fällen Lähmungen verursacht. Dieses Risiko steigt mit dem Alter, es ist geringer bei Kindern, höher bei Erwachsenen.
Es gibt einen gut wirksamen und verträglichen Impfstoff. Der früher übliche Schluckimpfstoff wird nicht mehr verwendet.

 

TETANUS
(Wundstarrkrampf)

   

Tetanusbakterien können bei Wunden jeder Art, auch bei Bagatellverletzungen, in die Haut gelangen. Besonders gefährdet sind mit Straßenstaub oder Erdreich verschmutzte Wunden und Tierbisse. Die Erreger sondern ein Gift ab, das nach einer Inkubationszeit von 1-2 Wochen (die Wunde ist meist schon verheilt) zu schweren, schmerzhaften Muskelkrämpfen und Lähmungen mit Todesfolge führen kann.
Es gibt einen wirksamen Impfstoff.

 

TOLLWUT

   

Viruserkrankung von Tieren, die gelegentlich auf den Menschen übertragen wird und immer tödlich endet. Infektiös ist der Speichel eines tollwütigen Tieres, und zwar 3-5 Tage vor Ausbruch der Symptome bis zu seinem Verenden nach 7-1 0 Tagen. Der Mensch infiziert sich durch Bißverletzungen, meist von Hunden und Katzen, aber auch durch Einbringen von deren Speichel in verletzte Hautstellen oder unverletzte Schleimhäute (Augen).
Es gibt einen gut wirksamen und verträglichen Impfstoff.

 

TYPHUS

   

Der Typhus abdominalis ist eine durch Bakterien verursachte (spezielle Salmonellen) Allgemeininfektion, die sehr gefährlich sein kann. Die Infektionshäufigkeit ist insbesondere in Süd-Ost-Asien und in Nordafrika erhöht. Infektiöse Bakterien (salmonella typhi), die von einem erkrankten oder einem gesunden (!) Dauerausscheider stammen, werden über den Mund aufgenommen und führen zur Infektion. Die Infektionswege sind in der Praxis über Nahrungsmittel und Wasser gegeben, die nicht frisch abgekocht wurden oder nach dem Abkochen (z.B. über den Koch) noch infiziert wurden.

Impfungen gegen Typhus abdominalis sind möglich. Beide verfügbaren Impfmöglichkeiten (Injektion oder Schluckimpfung) sind, wenn richtig angewandt, sicher sinnvoll, wenn Infektionsgefahr besteht.